Wein dekantieren: Lassen Sie Wein atmen

Zu einem guten Wein sagt man nicht nein – und damit Sie Ihren Lieblingswein auch geniessen können, sollten Sie sich vor dem Dekantieren über die wichtigsten Tipps und Tricks informieren. Egal, ob Rosé, Weiss- oder Rotwein: mit diesen Dekantier-Tipps erweitern Sie in Windeseile Ihr Weinwissen!


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Vorgehensweise beim Wein dekantieren

Während des Dekantierens wird die Weinflasche meist in eine bauchige Karaffe gegossen und der edle Tropfen so von dem sogenannten Bodensatz getrennt, der sich mit der Zeit gebildet hat. Und so klappt’s:

1. Schritt: Manche Weinkenner oder Winzer planen den Genuss ihrer Weinflasche schon einige Tage im Voraus und stellen die ansonsten liegende Flasche erst einmal aufrecht hin. So kann sich das Depot absetzen – das vorsichtige Abgiessen des Weines fällt dadurch später leichter.

2. Schritt: Falls Sie das vergessen haben oder schlicht spontan entscheiden eine Flasche aus dem Weinkeller zu trinken: Nicht schlimm, stellen Sie diese trotzdem rund zwei Stunden vor dem Umfüllen aufrecht hin, sodass sich alle Teilchen am Boden sammeln können.

3. Schritt: Beim Öffnen entfernen Sie zunächst vorsichtig die Kapsel und den Korken. Danach wird die Flasche beim Ausgiessen über eine Lichtquelle gehalten. Meistens wird hierfür eine Kerze als Lichtquelle verwendet. So sehen Sie das Depot rechtzeitig und giessen es nicht mit aus.

4. Schritt: Jetzt wird der Flascheninhalt vorsichtig und sehr langsam in das Dekantiergefäss gegossen. Sobald der Bodensatz in die Nähe des Flaschenhalses gerät, wird der Dekantiervorgang abgebrochen. Fertig!

Extra Tipp: Sie können Ihren Wein auch ohne Dekantierer von dem ungewünschten Bodenbelag trennen. Dazu brauchen Sie allerdings einen Trichter und eine gereinigte leere Flasche, in die Sie die Flüssigkeit entsprechend nach obiger Anleitung abfüllen.

Wann ist dekantieren sinnvoll?

Sicher fragen Sie sich nach dieser Anleitung, ob jeder Wein vor dem Trinken umgefüllt werden sollte. Aber keine Sorge, nur bei bestimmten Sorten ist dies erforderlich. Ein solcher Vorgang ist normalerweise bei Rotweinen und solchen Rebsorten notwendig, die einen Bodensatz aufweisen und das ist in der Regel nur bei älteren Weinen der Fall. Ein spritziger Rosé muss vor dem Trinken beispielsweise nicht umgefüllt werden. Sollten Sie sich nicht sicher sein, können Sie die Flasche einfach unter eine Lichtquelle halten – erspähen Sie einen Belag am Boden, sollte Ihre Weinsorte auf jeden Fall dekantiert werden.


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Dekanter oder Karaffe: Was sind die Unterschiede & Vorzüge?

Auch das Karaffieren ist eine beliebte Methode unter Weinkennern, um Ihren Wein vor dem Trinken zu präparieren. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um das Entfernen von ungewünschten Absetzungen am Flaschenboden. Im Gegenteil! Hier wird der Inhalt der Flasche schnell in eine entsprechende Karaffe gegossen. Durch den Kontakt mit dem Sauerstoff kann sich der Wein geschmacklich besser entfalten. Und so klappt’s:

1. Tipp: Während beim Wein dekantieren unbedingt langsam und vorsichtig umgegossen werden sollte, darf es beim Wein karaffieren schon mal ein bisschen schwungvoller sein.

2. Tipp: Bei Zweiterem soll der Wein schliesslich vor allem mit Sauerstoff in Berührung kommen – oder wie der Fachmann sagt: atmen, damit sich so das Bouquet und der Körper des Weins voll entfalten können. Insbesondere die enthaltenen Säuren, Ester und Kohlenwasserstoffmoleküle sind wichtige Geschmacksträger und reagieren relativ schnell mit Sauerstoff. Entsprechend wird der Wein dadurch zugänglicher und aromatischer.

3. Tipp: Je nachdem welche Karaffenform Sie verwenden, bekommt die Flüssigkeit im breiten Bauch des Gefässes aufgrund der grösseren Kontaktfläche noch einmal deutlich mehr Sauerstoff. Effekt: Sein Geschmack verändert sich merklich von Minute zu Minute.



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